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Bernadette Wagner, Luzern

Praxis für gesunde Gelassenheit

Im Fluss



Advent als Chance, bei sich selbst anzukommen

Advent als Chance, bei sich selbst anzukommen
Alle Jahre wieder kommt die Weihnachtszeit. Und die vier Wochen davor, nennen wir Adventszeit. Advent stammt vom Lateinischen adventus ab und bedeutet ankommen. Für uns Menschen könnte das heissen: bei uns selbst ankommen. Ruhe, Erholung und Zurückgezogenheit geniessen und damit der Besinnung und Achtsamkeit Raum geben.
So wie die Natur verschiedene Jahreszeiten kennt, so unterliegen alle Lebewesen dem natürlichen Rhythmus von Tag und Nacht, von Kommen und Gehen, von aktiven Phasen und Ruhepausen. Wir aber meinen, diese naturgegebene, ideale Lebensform beliebig zu verändern. Oft wird die Nacht zum Tag, wir lassen uns hetzen und jagen besonders in der vorweihnachtlichen Hektik der Zeit immer hinterher. Wir kommen kaum einmal zur Ruhe und brennen dann wie eine Kerze, die an beiden Enden gleichzeitig in Flammen steht, irgendwann aus.

Zeitgeschenke

Dabei eignen sich genau die kurzen und oft dunklen Tage dieser Tage dazu, sich selbst und andern Zeit zu schenken. Menschlichkeit kann sich im Kontakt zu Mitmenschen ausdrücken. Wie wohltuend kann eine Plauder- oder Zuhörstunde im lichtgeschmückten Raum sein. Besonders, wenn wir dem Besuchten oder dem Gast statt eines überdimensionierten Etwas unsere volle Aufmerksamkeit und Präsenz während des Zusammenseins schenken. Ein bisschen Zeit und Wärme ist ein Geschenk, welches wir immer zur Hand haben und alle können es gut gebrauchen. Manchmal ist es wie ein Licht im Dunkel. Apropos Licht: Es ist Symbol für Hoffnung und vertreibt die Dunkelheit.

In der Ruhe ...

Ankommen bei uns. Statt nur immer zu funktionieren, können wir es der Natur gleich tun. Zur Ruhe kommen, sich ab und zu zurückziehen und die Sinne nach innen richten. Auch wenn ungewohnte oder unbequeme Gedanken kommen. Lassen wir sie zu - und wieder los. Dabei ist es wichtig, die Dauerberieselung durch Musik oder elektronische Bilder einmal abzuschalten. Ruhen heisst auch, die Leere auszuhalten, statt diese sofort mit neuem Tun zu füllen. Gönnen wir uns jetzt eine geistige Nichtbeschäftigung. Sie führt oft Prozesse herbei und bringt Lösungsvorschläge für Angestautes hervor. Ruhephasen bauen in uns neue Lebenskraft und Energie auf. Grosse Menschen, wie Forscher oder Künstler, haben ihre Ideen oder Erkenntnisse meist über die Ruhe, in der Entspannung oder manchmal auch im Schlaf gewonnen. Wir alle wissen, dass sich unser Wohlbefinden nach Pausen, nach geistiger und körperlicher Entspannung verbessert und dass wir leistungsfähiger werden. Lassen wirs also einfach zu.

... liegt die Kraft

So gesehen ist die für manche Menschen ungeliebte Jahreszeit für unser persönliches Wohl von grossem Nutzen. Indem wir den natürlichen Rhythmus von Mensch und Natur wahrnehmen und danach handeln, also neue Kraft aus der Ruhe schöpfen, kann der Organismus sich selber regulieren und wir pflegen damit Körper, Geist und Seele.
Damit uns dieses Vorhaben leichter gelingt, können wir analog eines Adventkalenders, Wünsche und Zutaten einzelnen Tagen zuordnen. Der etwas andere Adventkalender kann somit in einen Wunschkalender im obigen Sinn umgestaltet werden. Er kann auf die Familie oder das engere Umfeld erweitert werden, als Instrument für einen vertieften Kontakt mit sich selbst sowie mit andern dienen. Ob kunstvoll gestaltet, ob als Stichwörter oder einfache Symbole in der Agenda vermerkt, die speziellen «Termine» sollen Ihnen immer wieder etwas Abstand von Leistung und den verschiedenen Anforderungen ermöglichen. Üben Sie damit Besonnenheit und Achtsamkeit sich selber gegenüber. Und denken Sie daran, auch kleine Ursachen haben oftmals grosse Wirkungen. Als denkende Menschen sind wir in der Lage, unser Leben selbst zu gestalten. Mit bewusst gelebter Eigen- und Leerzeit wird es uns gelingen, der dunklen Jahreszeit vielleicht sogar etwas Positives abzugewinnen. In diesem Sinne möge unser Licht den Glanz ausstrahlen, welcher uns am besten zuträglich ist, uns Vertrauen und Gelassenheit im Jetzt und auf das Kommende schenkt.

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