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Bernadette Wagner, Luzern

Praxis für gesunde Gelassenheit

Im Fluss



Bitte recht freundlich

"Bitte recht freundlich", sagt der Fotograf, wenn er eine Gruppenaufnahme machen will. Und sofort wird die Stimmung lockerer. Manche machen noch schnell einen Scherz und andere zaubern willig oder belustigt das beste Lächeln auf ihr Gesicht. Das Wort "freundlich" ist ein Reizwort, hier im positiven Sinne, denn wer möchte sich auf einem Bild nicht vorteilhaft präsentieren? Da gibt es jedoch auch Momente im Alltag, wo das Freundlichsein einem schwer fällt, beispielsweise bei Ärger oder Dauerdruck, Kummer oder Unwohlsein, bei Enttäuschungen oder Unzufriedenheit. Da bewirkt ein "bitte recht freundlich" eher das Gegenteil, es kann sein, dass die betroffene Person unwirsch, verschlossen oder teilnahmslos reagiert, ihr Lächeln gar einfriert.

Freundlichkeit hat nichts mit oberflächlicher Zurschaustellung zu tun. Freundlichkeit ist eine Grundhaltung, vergleichbar mit etwas sehr Wertvollem. Jeder mag Freundlichkeit und jeder ist es auch wert, Freundlichkeit zu erhalten. In der Arbeit, besonders in Dienstleistungsberufen, ist sie die Basiskompetenz für Erfolg schlechthin. Sie beinhaltet unter anderem Anerkennung, Wohlwollen und Respekt dem Andern gegenüber. Und im privaten Umfeld sorgt der freundliche Grundton für Geborgenheit und Vertrauen. Freundlichkeit ist in jedem Fall auch Wertschätzung sich selbst gegenüber, damit gestalten wir unser Leben und erfahren dadurch das selbst geschaffene Echo. Bedenken wir diese Tatsache, erkennen wir vielleicht sogar die Notwendigkeit, unsere Einstellung zu unserer Arbeit, zu unserem Umfeld oder auch zu anderen täglichen Dingen mal unter die Lupe zu nehmen.

Verordnet...
Die City-Vereinigung Luzern lanciert eine Freundlichkeitskampagne. Luzern soll die freundlichste Einkaufsstadt der Schweiz werden. Das ist eine gute Idee, dann wird unsere schöne Stadt noch attraktiver, für die Touristen und ganz bestimmt auch für uns Einheimische. Wie schön muss es sein, wenn noch mehr Menschen in Geschäften und Restaurants und natürlich auch im öffentlichen Dienst einander zuvorkommend und mit einem Lächeln begegnen. Wenn Dienstleister bei Dienstholenden das Gefühl von "Willkommensein" auslösen. Eine solche Grundstimmung ist bestimmt für die ganze Gesellschaft bereichernd. Doch so einfach verordnen lässt sich Freundlichkeit nicht. Aufgesetzt wirkt sie unecht und die meisten Menschen spüren das sehr schnell. Aber was macht es denn aus, dass wir im Beruf und im zwischenmenschlichen Miteinander freundlich sein können?

oder selbst gewählt
Freundlichkeit müssen wir selbst wollen. Dazu braucht es das Verständnis, dass der Mensch geschaffen ist, eine Aufgabe zu haben. Und es kann sein, dass wir im Leben mehr Arbeits- als Spasszeit bilanzieren. Doch die Einstellung zu unserer Arbeit können wir selber wählen. Es macht nämlich einen Unterschied, ob wir jeden Arbeitstag oder die Arbeitsstunden als Mühsal empfinden, oder ob wir, auch wenn wir aktuell nicht gerade den Traumjob haben, etwas Positives daran finden können. Dass solches möglich ist, zeigen uns immer wieder Menschen, welche einfache, vielleicht sogar monotone Arbeiten verrichten und dabei glücklich sind. Vielleicht hilft es, wenn wir vermehrt Wertschätzung und Anerkennung für unser Tun erfahren. In meiner Arbeit höre ich oft von Eltern und Menschen welche Familienarbeit leisten, von Lehrerinnen und Lehrern, dass ihr Engagement oft wenig geschätzt wird, aber sie ihre Arbeit dennoch mögen. Frage ich sie danach, wie sie sich immer wieder motivieren, so höre ich oft, dass sie sich ihre Arbeit zwar manchmal etwas anders vorstellen könnten, doch, dass sie immer wieder mit einem Lächeln beschenkt werden, welches ihnen dann die notwendige Energie gebe.

Eine Grundhaltung
Kurse für Styling und zur Förderung des Namensgedächtnisses können einiges bewirken. Ersteres pflegt vorab das Selbstbewusstsein und vergrössert vermutlich auch die Akzeptanz, welche uns von Kunden zuteil wird. Namen besser behalten können wir bereits, wenn wir uns auf unsere Kunden, auf unser Gegenüber konzentrieren. Wenn wir gewillt sind, dem Menschen, den wir vor uns haben zuzuhören, erfahren wir meist etwas, was wir mit dem Namen verbinden können. Ein Tipp: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, täglich beim Aufwachen, sich selbst ein Lächeln zu schenken. Denn ein Lächeln löst positive Emotionen aus. So gelingt Ihnen leichter, zu sich selbst und zu andern freundlich zu sein.

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