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Bernadette Wagner, Luzern

Praxis für gesunde Gelassenheit

Im Fluss



Dem Alltag Sinn geben

Während die einen sagen, "ohne Nichts kommt Nichts", hören wir oft andere sagen, "hör bloss auf mit den ewigen Zielsetzungen". Wer steht im Beruf, in der Aus- und Weiterbildung und auch im sportlichen Bereich nicht unter dauerndem Druck, Ziele, manchmal auch schier unmögliche, zu erreichen? Dauernd wird gefordert, meinen die einen, unterfordert seien gewisse Leute, ist die Aussage von andern.

"Wer das Ziel nicht kennt, dem weht kein günstiger Wind", sagt ein Sprichwort. In der Tat, denn selbst der moderne Routennavigator im Auto will mit der Zieleingabe, da wo wir hinfahren wollen, gefüttert werden, damit er die genaue Wegbeschreibung liefern kann. Dasselbe gilt für jedes Vorhaben. Wir müssen beispielsweise auch wissen, ob wir Fussball, Tennis oder Golf spielen wollen. Sonst ist es unmöglich, sich mit dem richtigen Ball auszurüsten, geschweige denn, die dem Sport eigene Technik zu lernen, so dass das Spiel Spass macht.

Ziele haben...
Ob es materielle oder immaterielle Wünsche sind, Ziele anzuvisieren, lohnt sich immer. Einige Menschen verwechseln Ziele haben mit Habgier. Andere wiederum leben planlos einfach so in den Tag hinein. Wochen und Jahre vergehen bis sie eines Tages bemerken, dass Ihr Leben öd und fad verläuft. Und sie wundern sich dann, wenn sich Unlust, Frust oder andere negative Gefühle breitmachen. Dabei ist der Mensch fähig, Wünsche zu formulieren, die Machbarkeit abzuwägen und Schritte zu planen, welche zur Zielerreichung führen. So sind familiäre Pläne in der Regel mit genauen Vorstellungen verbunden. Sie werden diskutiert, auf Vor- und Nachteile hin überprüft und auch meist verwirklicht. Ebenso werden berufliche Absichten der Eignung und Neigung entsprechend gewählt und angestrebt. Fehlendes Können wird dazugelernt, damit sich Erfolg für beide Seiten einstellt. Für sportliche Leistungen befolgen wir sogar die Anweisungen von Trainern, damit unser Wollen mit guten Resultaten gekrönt wird.

... und erreichen
Das Alltägliche, so scheint die Meinung vieler, passiere einfach, da bedürfe es keiner Zielsetzung. Genau aber hier könnte so vieles besser laufen, würden wir uns darum kümmern, wie wir etwas lieber hätten, als das was wir gerade bekommen. Wie ist es denn: wo ärgern wir uns immer wieder über die gleiche Angelegenheit, wie füllen wir eine aufgetretene Leere aus? Was machen wir, wenn wir krank sind oder uns nicht gut fühlen? Im Austausch mit den Menschen erfahre ich oft kostbare Möglichkeiten für den Umgang mit solchen und ähnlichen Situationen. So hat sich eine gepflegte Seminarteilnehmerin nach einem erneuten Schlaganfall das Ziel gesetzt, sich sofort wieder schön anzuziehen und so rasch als möglich wieder unter die Leute zu gehen. Heute geht sie wieder sicheren Schrittes in die Stadt. Einen älteren Herrn treffe ich beim morgendlichen Lauftraining. Sein Ziel ist es körperlich und geistig fit zu bleiben. Eine Bekannte von mir schenkt jeden Tag einem Menschen bewusst ein Lächeln. Sie erzählt von wunderbaren Begegnungen und Gesprächen, vor allem aber auch von innerer Freude. So gibt es viele Menschen unter uns, die sich einfach ein Tages- oder Wochenziel gesetzt haben, welches unspektakulär erscheint, jedoch die eigene Zufriedenheit nährt und für die Gemeinschaft unterstützend wirkt.

Schritte zu optimalen Erfahrungen
Gesellschaftliche Konditionierungen mögen uns manchmal daran hindern, ungewohntes Verhalten auszuprobieren. Wir getrauen uns einfach nicht, aus dem gewohnten Rahmen zu treten. Es könnte ja sein, dass die andern denken, wir seien vom Helfersyndrom befallen. Oder wir befürchten, vom Umfeld nicht ernst genommen zu werden. Wir können es jedoch getrost wagen, die starren Bahnen einmal zu verlassen und uns ganz auf uns selbst zu verlassen, wenn es uns danach ist, sich selbst oder jemandem einmal auf eine andere Art etwas Gutes zu tun. Ideen finden Sie leicht, wenn Sie aufmerksam beobachten, was um Sie herum geschieht und die Ereignisse daran messen, wie sie auf Ihre Gefühle wirken. Dann handeln Sie, schenken Sie da und dort ein Lächeln, ein gutes Wort, einen wohlwollenden Gedanken. Wer das einmal erlebt hat, sei es auf der gebenden oder nehmenden Seite, weiss, wie wohltuend dies sein kann. Und seien Sie gewiss, dass auch Annehmen ein Geben ist. Neue Ziele entdecken und das Tun geniessen geben dem Alltag mehr Sinn. Und Gutes beabsichtigen hilft künftige Ereignisse und Zustände in optimale Erfahrungen zu bringen.

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