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Bernadette Wagner, Luzern

Praxis für gesunde Gelassenheit

Im Fluss



Geschenke im Alltag

Spätestens in der zweiten Woche des neuen Jahres ist Alltag eingekehrt. Mit dem Ende der Festtage sind auch keine Geschenke mehr zu erwarten. Weder ein Chlaussack noch Weihnachtsüberraschungen. Und die Gratifikation oder der Bonus sind bereits investiert, vielleicht reicht es gerade noch für ein Schnäppchen im Sonderverkauf.

Doch das neue Jahr bringt nicht automatisch nur Neues. Immer noch heisst es in den Wetterprognosen: Unten grau, oben blau. Der graue Deckel symbolisiert für manche Empfindungen wie Eintönigkeit, ein Zuviel an Arbeit oder trostlose Leere. Das Wetter können wir nicht ändern. Doch unser Umgang mit Empfindungen schon.

Symbole...
In der Mythologie wird von den drei Weisen, beziehungsweise drei Königen aus dem Morgenland berichtet. Ein Stern geleitet sie zu einem Neugeborenen, welches in ärmlichen Verhältnissen auf die Welt kommt und in einer Krippe liegt. Sie bringen, wie die Sage beschreibt, kostbare Geschenke, nämlich Weihrauch, Myrrhe und Gold. Diese Geschichte hat mich als Kind fasziniert und ein Teil dieser Faszination konnte ich bewahren. Vielleicht aus ganz profanen Gründen, denn am Dreikönigstag habe ich damals immer ein Geschenk erhalten. Meist etwas Nützliches für den Alltag. Doch die Idee des Schenkens ist nicht nur auf Feiertage wie Weihnachten oder den Drei-Königs-Tag beschränkt. Oder sollte es jedenfalls nicht sein.

... und königliche Gaben
Die Definition von "Geschenk" ist die Übergabe von Eigentum an andere, ohne eine Gegenleistung zu fordern. Es kann etwas sein, das andere glücklicher oder auch weniger traurig macht. Erlauben wir uns, auf die Ebene der Deutung zu gehen, dann könnten die Geschenke der Könige so ausgelegt werden: Weihrauch könnte für Vertrauen stehen, Myrrhe würde die Bitterkeit vertreiben und Gold gäbe die Qualität von Unverfälschtheit und Reinheit. Wahrhaft königliche Geschenke, welche wir andern und auch uns selbst schenken können. Beispielsweise, wenn wir uns fragen: wie steht es mit dem Vertrauen uns selbst und andern gegenüber? Trauen wir uns und andern etwas zu? Wo könnte diese Qualität vermehrt eingesetzt werden? Kennen wir Menschen, die Bitteres erleben mussten? Vielleicht weil sie schon so oft zurückgewiesen wurden? Oder Menschen, die wirklich niemanden haben, die aus irgendeinem Grunde isoliert leben. Wie wäre es, diesen Leuten etwas Zuneigung in einer besonderen Form zu schenken? Und Geschenke erhalten dann den grössten Wert, wenn sie aus reiner, unverfälschter Freude oder wenn Sie wollen, aus Liebe, überreicht werden.

Aufmerksamkeit...
Valentins- und Muttertag sind weitere Einrichtungen, welche uns daran erinnern, Freude zu schenken. Glauben Sie den Miesmachern nicht, welche behaupten, dies sei nur für die Geschäfte gut. Die meisten Geschäfte würden, wenn sie wählen könnten, einen ausgeglichenen Verkaufsgang über das ganze Jahr verteilt bevorzugen. Seien Sie indes selbst aufmerksam genug, um zu wissen, wem Sie wann und womit ihre Wertschätzung, Dankbarkeit oder Freundschaft zeigen möchten. Dabei ist es egal, ob dieses Geschenk von materiellem Wert, eine Geste oder ein Zeitgeschenk ist. Wichtig dabei ist nur, dass wir bei der Auswahl mit der Person, die wir beschenken wollen, verbunden sind. Dann ist die Freude eine doppelte Freude.

... und Wohlwollen
Dem andern wohl wollen, im Denken, Fühlen und Handeln, das sind Geschenke, welche jede und jeder brauchen kann. Kleine, mittlere und auch grössere Geschenke bereichern unseren Alltag und lassen uns immer wieder Weihnachten oder Festtage erleben. Wir haben es selbst in der Hand. Denn wie schon erwähnt, wenn Sie richtig schenken, so sind Sie auch immer gleichzeitig gefühlsmässig die beschenkte Person. An jedem Tag des Jahres.

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