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Bernadette Wagner, Luzern

Praxis für gesunde Gelassenheit

Im Fluss



Lebensfreude gewinnen

Die natürliche Lebensfreude ist jedem Menschen wesensartig mitgegeben. Sie ist Bestandteil unseres inneren Kindseins. Im Laufe des Erwachsenwerdens kann uns diese in unterschiedlichen Längen mehr oder weniger abhanden kommen. Manchmal tragen getrübte Erfahrungen Schuld daran, oft sind wir es aber auch selber, die uns verbieten, heiter durch den Tag zu gehen.

Zugegeben, unser Lebensweg ist oft kurvenreich und die "Ideallinie" für ein gelungenes Leben zu finden, nicht immer ganz einfach. Doch gibt es Menschen, die wenig besitzen, ja sogar krank sind, und uns trotzdem mit Frohmut und Humor begegnen. Das lässt vermuten, dass es gar nicht so viel braucht, um sich am Leben zu erfreuen. Sind es denn unsere Ansprüche oder unser Perfektionismus, die uns gelegentlich das Lachen vergehen lassen?

Weniger ...
Das Wort "müssen" kommt in unserem Wortschatz recht häufig vor. Je mehr dieser Begriff unseren Alltag beherrscht, desto eingeschränkter fühlen wir uns. "Jetzt muss ich zuerst dieses oder jenes tun, bevor ich Zeit für ein persönliches Telefongespräch habe", heisst es etwa. So sind wir vielleicht geprägt worden. Das Wort "müssen" hat für mich aber auch immer einen bedrohenden Zeitaspekt. Ob im Beruf oder im Privatleben, wir müssen so vieles in kurzer Zeit erledigen, obwohl es uns häufig beengt und fragen uns kaum, was geschehen würde, wenn wir unwichtige Dinge weglassen würden. Das bedingt jedoch, dass wir lernen, Unwichtiges von Wichtigem zu unterscheiden. Und es bedingt auch, einen Gang runter zu schalten, was vielmals zu klaren Gedanken und anschliessend zu nützlichem Tun führt.

... ist mehr
Unser Salär erhalten wir in erster Linie für unsere erbrachte Leistung. Und diese ist auf hohem Niveau angesiedelt. Unser Denken richtet sich nicht selten auf Quantität statt auf Qualität. Schnell ist der arbeitende Mensch im Sog der Hektik und des Druckes. Doch auch in der Arbeit lohnt es sich, Pausen zum Nachdenken einzuschalten, um Leerläufe zu vermeiden. So bleibt mehr Zeit, Aufgaben gezielt anzugehen und richtig auszuführen, was den Zufriedenheitsbarometer ansteigen lässt. Sicherheit und Freude werden damit gefördert. Immer noch kann es zu Engpässen kommen. Doch kann auch hier zuweilen ein "weniger ist mehr", oder für zu Perfektionismus neigende Menschen ein "gut ist gut genug", Ruhe und mehr Energie bringen.

Das Kind in uns...
Kinder können trödeln, was bei manchen Eltern zu Ungeduld führt. Unser gefüllter Tagesplan lässt solcherlei gar nicht zu, schliesslich sind wir unter Druck. Die Kinder jedoch haben noch nicht so einen ausgeprägten Zeitsinn wie die Erwachsenen. Sie sind neugierig, die Welt zu entdecken. Wenn sie etwas erspähen, was sie noch nicht kennen, sehen sie genau hin und nehmen sich ausreichend Zeit dazu, das Neue in ihre eigene Landkarte einfügen zu können. Oft ahmen sie etwas nach, probieren etwas aus. Gelingt es nicht, versuchen sie es auf eine andere Art und Weise. Spielerisch und lustvoll experimentieren sie, freuen sich über jeden Erfolg und sind damit uns Erwachsenen an gelebter Freude weit überlegen.

...wiederentdecken
Lernen wir von unseren Kindern und entdecken wir unser eigenes "inneres Kind" wieder. Lassen wir uns von Menschen mit überschäumender Lebensfreude anstecken. Nicht nur an der Fasnacht, sondern auch während des Jahres. Wer sagt, dass Parodie oder Narretei an eine bestimmte Zeit gebunden sind? Auch zu anderen Zeiten sind Spiel und Fröhlichkeit ein Ventil, durch welches angestaute Luft abgelassen werden kann. Sorgen Sie so oft Sie können für Lacher und geben Sie sich die Chance, das zu finden, was Ihnen gut tut, Sie freudig und froh stimmt. Wagen Sie immer wieder den Kindern gleich, etwas auszuprobieren oder einfach etwas Neues zu tun. Tragen Sie es mit Fassung, wenn etwas nicht ganz den Normen entspricht. Lassen Sie auch ruhig für eine Weile ein kreatives Chaos zu. Erlauben Sie sich Dinge mit Humor anzugehen und freuen Sie sich, wenn sich dadurch Leichtigkeit einstellt, die dazu beiträgt, täglich aus der neu gewonnenen Lebensfreude zu schöpfen.

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