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Bernadette Wagner, Luzern

Praxis für gesunde Gelassenheit

Im Fluss



Träumen Sie? Träumen Sie!

Ich hatte einen Traum: Ich sehe mich aus einem Tunnel laufen und sehe vor mir eine Landschaft im Tageslicht. Ich nehme einen Weg wahr, der entlang einer Blumewiese geht. Diese wiederum ist mit einem Zaun, alle paar Meter eine Holzlatte, welche mit Draht verbunden ist, eingezäunt. Alles ist in sanften Farben, so wie ich es von einem Spätsommertag her kenne. Ich laufe der Strasse entlang, bin allein, bin völlig in mich versunken und das Ganze wirkt friedlich und ruhig auf mich.

Der Traum geht weiter und beim Erwachen sind die Bilder und die dazu gehörenden Gefühle sofort klar da. Es gelingt mir, im Wachzustand den Traum weiter zu träumen und mir die Frage zu stellen: was will er mir sagen, was möchte ich daraus nehmen. Ich erinnere mich an mein Projekt, das mir einfach nicht so gelingen will, irgendwo klemmt es, ich weiss nicht weiter. So lasse ich es zu, einfach hinzusehen und wahrzunehmen, ohne etwas werten zu wollen. Ich fühle mich wohl. Der Wachtraum führt mich zu zwei kleinen, weissen, nebeneinander stehenden Hügeln. Es zieht mich dahin und ich mache unwillkürlich die Verbindung von "weiss" zu "Weisheit" und überdies sagt mir ein Impuls: "ruhen lassen". Schlussendlich wurde mir im Laufe des Tages bewusst, was ich weise ruhen lassen sollte.

Klarsicht
Die Wissenschaft geht davon aus, dass jeder Mensch drei- bis sechsmal pro Nacht träumt. Wie ist das bei Ihnen, erinnern Sie sich an Ihre Träume? Wie reagieren Sie darauf? Weben Sie dann an dem Traumteppich weiter, stellen Sie sich ab und zu die Frage, was das zu bedeuten hat? Oder gehören Sie zu den Menschen, die lieber auf dem "harten Boden" bleiben, in der Meinung: Träume sind Schäume und blosse Zeitverschwendung? Wie entstehen denn überhaupt Träume? Eine Erklärung ist die, dass sie aus Erinnerungsresten vom Vortag entstehen können. Besonders da, wo Informationsreize unvollständig aufgenommen, können sie im Traum vervollständigt werden. So kommen nicht selten auch Wünsche oder Ängste, welche wir im Wachzustand unter Kontrolle haben wollen, im Traum vor und oft werden diese dadurch erst deutlich. Träume können uns also die Erinnerung oder die Bedeutung von Erlebtem und von Wünschen, in Form von klaren Bildern liefern.

Durchsicht
Wie ist es bei Ihnen? Gilt der letzte Gedanke abends und der erste Gedanke beim Aufwachen nicht genau diesem Thema bezüglich eines Problems oder einer kniffligen Sache? Dieses unbewusste Wissen können wir nutzbar machen, indem wir uns vor dem Schlafen gehen bewusst konkrete Fragen zum Thema stellen, welches uns aktuell beschäftigt. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Besonders wenn ich mich auf eine wichtige Arbeit oder auf ein bevorstehendes Ereignis konzentrieren wollte, ist es mir schon mehrmals gelungen, anderntags klar durch zu sehen. Das Gute daran ist, dass ich mir damit Druck wegnehmen und mein Vertrauen in mich stärken kann. Probieren Sie es einfach mal aus. Vielleicht gelingt es Ihnen, damit eine neue Fähigkeit zu entdecken. Ein Tipp für Ungeübte oder Zweifler: Legen Sie sich Papier und Schreiber neben das Bett und notieren Sie beim Erwachen sofort die für Sie wichtigen Informationen.

Umsicht
Bei all diesen Sichtweisen gilt es jedoch, mit den im Traum erhaltenen Informationen, sei es unsere sehnlichen Wünsche oder den beruflichen Wissenszuwachs betreffend, sorgsam umzugehen. Es wäre naiv zu glauben, wir könnten unsere Träume immer und gleich eins zu eins umsetzen. Manchmal sind es nur Fragmente, die uns einen Hinweis für etwas geben Vielleicht ist aber unser Vorhaben weder konkret, noch sinnvoll. Deshalb kann es auch sein, dass wir einen Wink bekommen, etwas nicht oder anders zu tun. Seien Sie dann nicht enttäuscht oder ungeduldig. Unser Wollen zielt ja vermutlich dahin, persönliche Wünsche oder geschäftliche Abläufe möglichst sinnvoll und Kräfte schonend, ja zum Wohle aller daran Beteiligten, umzusetzen. Manchmal hilft es uns dabei, sich in die Lage der Andern zu versetzen. Dann ist es uns auch möglich, eine Sache aus der Sicht der Mitbetroffenen zu betrachten.

Denn bei allen unsere Wünschen und Zielen werden wir dann Erfolg haben, wenn wir eine Haltung einnehmen, die eine gewisse Offenheit und Kreativität zulässt. Mit dieser Haltung dürfen wir uns auf Träume, sowie auf die Wachträume einlassen. Lassen wir uns doch Lösungen auch mal im Schlaf präsentieren. Denn es steht schon in der Bibel: "Den seinen gibt's der Herr im Schlaf". Es muss sich also niemand schämen, Erkenntnisse aus seinen Träumen zu gewinnen, im Gegenteil! Ich wünsche Ihnen erfolgreiche und klare Träume.

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