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Bernadette Wagner, Luzern

Praxis für gesunde Gelassenheit

Im Fluss



Wenn Werte sich wandeln

Wir nagen an der Rezession. Wir, die an materiellen Wohlstand und an Sicherheit gewöhnte Gesellschaft, bangen um unsere Arbeitsplätze. Unser hoher Lebensstandard scheint in Frage gestellt. Das verunsichert. Zugegeben: einige Zeichen, welche die Weltwirtschaft beeinflussen, stehen auf Sturm. Auch die Medien berichten vorwiegend von unerfreulichen Begebenheiten. Mal sind es die Ölpreise, die ein Wirtschaftswachstum blockieren, mal sind es globale Konstellationen, aufgrund derer Arbeitsstellen wegrationalisiert werden. Dadurch werden Ängste ausgelöst. Zweifel und Resignation machen sich breit, weil der ersehnte Aufschwung hartnäckig auf sich warten lässt. Und mit jedem Tag wird unser Wohlstandsbewusstsein weniger.

Preisdrückerei und Gejammer

Die finanziellen Ressourcen werden oder sind für einige kleiner geworden. Auch Leute die Geld haben sparen, andere sind mit Investitionen zurückhaltender, welche nicht besonders notwendig erscheinen. Wieder andere nutzen die Gelegenheit, die Preise auf ein so tiefes Niveau zu drücken, dass Firmen unter den Selbstkosten arbeiten, nur um die Löhne der Mitarbeitenden für die nächsten Monate zu sichern. Dass solche Situationen in einen Teufelskreis münden, wissen wir alle. Wie aber können wir uns aus dieser Negativspirale befreien? Sicher nützt hier weder ein Verdrängen der Situation noch ein kollektives Gejammer über nicht funktionierende Systeme. Wird nämlich ständig gejammert und nach den Schuldigen der Misere gesucht, so nähren wir diese negative Energie. Arbeitsplätze schaffen wir damit nicht, sondern verbreiten höchstens noch mehr Frust, dessen Auswirkungen hinlänglich bekannt sind. So wie ein Stein ins Wasser geworfen unzählige Kreise zieht, so wirkt sich auch die Kraft der Gedanken aus. Im Negativen, wie im Positiven.

Kräfte für die Problemlösung einsetzen

Wie wäre es, wenn es uns gelänge, uns aus den engen geistigen Grenzen der Ohnmacht zu befreien? Wenn wir lernen könnten, aus dem Negativen das Gute herauszuschälen und aus der Not eine Tugend zu machen? Was haben unsere Vorfahren in Not oder Pioniere ihrer Zeit gemacht? Wie und aus welchem Grund entstehen neue Konzepte oder Produkte? Doch nicht, weil die Betroffenen in ihrer Unzufriedenheit stecken geblieben sind. Eher, weil sie mit allen Kräften nach Lösungen für das Problem suchten und diese dann mit innovativen Ideen, oft auch mit viel Fleiss und Ausdauer fanden. Viele geniale Erfindungen verdanken wir nicht optimalen oder gar unhaltbaren Zuständen. Jeder einzelne Mensch kann seinen Teil zu einer besseren Zukunft beitragen. Als erstes gilt es die wünschenswerten Werte festzuhalten. Anstelle der jahrzehntelangen Aussage, "so kann es nicht weitergehen", könnte heute ein "ich richte mich jetzt neu aus" stehen. Es lohnt sich, die eigenen Wertvorstellungen unter die Lupe zu nehmen. Sind nebst den materiellen auch immaterielle Werte, wie Zeit für Familie, Kunst oder für persönliche Projekte erstrebenswert? Wäre es sinnvoll, eine Arbeit nicht in erster Linie nach dem Lohnkriterium, sondern nach den momentan persönlichen Lebensqualitätsbedürfnissen entsprechend zu wählen? Oder ist es so, dass jetzt eine Zeitspanne für eine hohe Engagementbereitschaft angesagt ist? Was soll angestrebt oder optimiert werden? Setzen Sie Werteprioritäten und handeln Sie danach. Wie der Entscheid auch aussieht, nur mit einer positiven Haltung wird das Angestrebte erreicht.

Schluss mit der alten Leier des Klagens

Ein wichtiger Punkt, aus der Negativspirale herauszukommen ist die grundsätzliche Einstellung gegenüber einer Situation und des Lebens überhaupt. Wie würde eine Liste aussehen, auf welcher Namen von wertvollen Menschen, gesunden Teilen unseres Körpers, Annehmlichkeiten und Freuden eines einzigen Tages schwarz auf weiss notiert sind? Könnte es sein, dass einige positiv formulierte Sätze da stehen würden? Und wie fühlt sich das an? Sicher besser als die alte Leier des Klagens. Achten Sie deshalb auf negative Aussagen über den Wohlstand, denen keine Taten folgen. Verabschieden Sie sich konsequent von destruktiven Gesprächen. Unterstützen Sie optimistische Ansätze und perspektivische Denkweisen. Sie sind Grundlagen für Vertrauen und Überwindung von Hindernissen. Damit helfen Sie persönlich und ganz konkret, ein neues Wohlstandsbewusstsein zu fördern. Lassen Sie uns alle zusammen an einer positiven Zukunft arbeiten. Es ist unsere Zukunft. Und wir bestimmen, wie sie aussieht.

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